1937
Hier debütierte sie im Wiener Theater in der Josefstadt in
dem Stück „Das Glück“ an der Seite von Paula
Wessely. Ihr junges Gesicht wurde für den Film entdeckt, den
sie in Österreich dreht:
1938
Erste Filmrolle an der Seite von Theo Lingen und Hans Moser in "Die
unruhigen Mädchen". Die Universum-Film AG (Ufa) nimmt
sie unter Vertrag. Ilse Werner, die als Niederländerin von
der Reichsfilmkammer eine Sondergenehmigung für Dreharbeiten
erhält, übersiedelt mit ihrer Familie nach Berlin. Da
sie dem von den Nationalsozialisten propagierten weiblichen Ideal
entspricht, gelingt ihr eine steile Filmkarriere. In leichten, unterhaltsamen
Rollen verkörpert sie zumeist eine heiter-unbeschwerte junge
Frau.
1939
Sie erhält die Hauptrolle in der Komödie "Bel Ami"
an der Seite von Willi Forst, einem der wenigen deutschen Filme
im NS-Regime, der auch international Anerkennung findet.
1940
In "Das Wunschkonzert", dem bis dahin größten
deutschen Kinoerfolg, kommt erstmals Ilse Werners musikalisches
Talent zur Geltung. Der Film macht sie in Deutschland zu einem Star
und verleiht der gleichnamigen Radiosendung große Popularität.
Ilse
Werner avanciert zu einer der beliebtesten Schauspielerinnen und
Schlagersängerinnen der Zeit. Als Verkörperung der "Traumfrau"
genießt sie Vorbildcharakter, der zahlreiche Frauen in Aussehen
und Gestik nachzueifern trachten. Die NS-Propaganda nutzt ihre große
Popularität zur Truppenbetreuung für die Wehrmacht und
für zahlreiche Unterhaltungsfilme, in denen Ilse Werner die
Menschen singend und pfeifend für wenige Stunden von ihren
Alltagssorgen im Zweiten Weltkrieg ablenken soll.
1941
Ihre Autobiographie "Ich über mich" erscheint, und
eine weitere Hauptrolle in dem Jenny-Lind-Epos "Die schwedische
Nachtigall".
1942
Das Lied "Wir machen Musik" aus ihrem gleichnamigen Kinoerfolg
unter der Regie von Helmut Käutner (1908-1980) wird zu Ilse
Werners bekanntestem Schlager. Zusammen mit Hans Albers spielt sie
die Hauptrolle in "Münchhausen", dem ersten UFA -
Farbfilm und einem der erfolgreichsten Filme der NS-Zeit.
1943/44
Wiederum an der Seite von Hans Albers dreht Ilse Werner den Film
"Große Freiheit Nr. 7", in dem sie erstmals in einer
ernsthaften Charakterrolle brilliert. Aufgrund seiner melancholischen
Tendenzen werden die Kinovorführungen des Films im Deutschen
Reich verboten.
1945
Ihre Mitwirkung in diesen Filmen des NS-Regimes, bei der Hörfunk-Durchhalte-Sendung
"Wunschkonzert" des "Reichssenders Berlin" und
bei der Truppenbetreuung an der "Heimatfront" führte
nach dem Krieg vorübergehend zu einem Berufsverbot für
die damals politisch weitgehend naive Künstlerin. Doch als
Synchronsprecherin hatte Ilse Werner etwa vier Jahre lang einen
zusätzlichen Broterwerb. Sie lieh unter anderem Olivia de Havilland
in „Robin Hood – König der Vagabunden“, Paulette
Goddard in „Piraten im Karibischen Meer“ und Maureen
O’Hara in „Der Seeräuber“ die deutschsprachige
Stimme.
1946
In "Vier in einem Jeep" gelingt Ilse Werner nach dem Krieg
nur ein mäßiges Comeback als Filmschauspielerin. Der
Komponist Werner Bochmann entdeckt ihr Pfeiftalent und so wird sie
nebenbei zum beliebten Schallplattenstar. „Die kleine Stadt
will schlafen geh'n“, „Wir machen Musik“, „Mein
Herz hat heut' Premiere“ waren mit ihrem Namen verbunden.
1948
Ihr
erster, von Georg Wilhelm Pabst inszenierter Nachkriegsfilm "Geheimnisvolle
Tiefe" erwies sich jedoch sowohl in künstlerischer als
auch kommerzieller Hinsicht als Reinfall. Auch mit den folgenden
Filmen konnte Ilse Werner an ihre alten Erfolge nicht mehr anknüpfen,
da der von ihr verkörperte Frauentyp mittlerweile aus der Mode
gekommen war.
Stigmatisiert
als Typus der "Naiven im Krieg" kann sie nie mehr an ihre
großen Erfolge anknüpfen.
1948-1953
Nach der Heirat mit dem amerikanischen Journalisten John de Forest
lebt Ilse Werner bis zur Scheidung der Ehe in Los Angeles. In Deutschland
dreht sie mit der Komödie "Mutter sein dagegen sehr"
(1951), der Operettenverfilmung "Der Vogelhändler"
(1952) und "Ännchen von Tharau" (1954) weiter Filme.
1954
Ilse Werner heiratet den Orchesterchef des Bayerischen Rundfunks
Josef Niessen und zieht sich teilweise aus dem Filmgeschäft
zurück.
1955
Sie nimmt die deutsche Staatsbürgerschaft an. "Die
Herrin vom Sölderhof" (1956) war ihr letzter Kinofilm.
1960
Mit dem Schlager "Baciare", der zu einem Welthit wird,
feiert sie ein Comeback. Als Ilse Werner den Titel „Sleigh
Ride“ (Schlittenfahrt) von Leroy Anderson einspielen wollte,
schrieb ihr der Komponist Martin Böttcher innerhalb von 56
Stunden das komplette Arrangement nach Anhören einer alten
Schellackplatte, weil es zu der Zeit keine Noten des Titels gab.
Ilse Werner ist in den nächsetn Jahren in zahlreichen Theaterstücken
und Fernsehserien wie "Die Bräute meiner Söhne"
(1965) zu sehen. Immer wieder ist sie Stargast der großen
Musikshows, und präsentiert ihre bekannten Musikstücke.
Ihr berühmter Name ist wieder da, und sie wird gefeierter Stargast
in vielen Galaauftritten.
1967
Sie erhält mit "Eine Frau mit Pfiff" eine eigene
musikalische Fernsehshow, in der sie ihre Pfeifkünste zum Besten
gibt.
1970
In dem Musical "Der König und ich" spielt IlseWerner
die Hauptrolle. Rückblickend ist dies die Lieblingsrolle ihres
Lebens.
1973
Sie spielt dieHauptrolle in dem Theaterstück "Wir sind
noch einmal davongekommen" von Thornton Wilder. Ihre Künste
als Talkmasterin werden entdeckt und so erweitert Ilse Werner ihr
Repertoire.
1981
Ihre ehrliche Autobiographie "So wird's nie wieder sein. Ein
Leben mit Pfiff" erscheint. Ilse Werner erhält das Bundesverdienstkreuz
I. Klasse.
1986
Ihr wird das "Filmband in Gold" des Deutschen Filmpreises
für besondere Verdienste um den deutschen Film verliehen. Auf
einer Musikgala erhält sie die "Herrmann-Löns-Medaillie"
in Gold.
1989
Ilse Werner ist in den Fernsehserien "Rivalen der Rennbahn"
, Forstinspektor Buchholz und in dem Film "In meinem Herzen,
Schatz ..." zu sehen.
1990
Nach diversen Rollen in Fernseh-Filmen und -Serien trat sie 1990
für "Die Hallo-Sisters" neben Harald Juhnke und Gisela
May noch einmal vor die Filmkamera - es fand sich aber kein Filmverleih,
der Streifen wurde dann nur im Fernsehen gezeigt.Für die selbstironische
Darstellung einer alternden Schlagersängerin erhält sie
erneut das "Filmband in Gold".
1992
- 1998
In einer Aufnahme von „Ohne Dich“ der Band "Die
Ärzte" pfiff sie ein Solo. Außerdem war sie im Intro
des Scorpions-Songs „Winds of Change“ zu hören.
Es folgten Gastauftritte in verschiedenen Fernsehrollen, wie "Praxis
Bülowbogen", "Großstadtrevier" oder im
Tatort - Streifen "Bittere Mandeln".
1999
- 2002
Nach über 70 (!) Umzügen in ihrem Leben verbrachte Ilse
Werner ihren Lebensabend in einer Lübecker Seniorenresidenz
und führte als Gastgeberin durch ihre eigene Talkshow, und
begrüßt viele Kollegen aus Funk, Fernsehen und Theater.
Durch mehrere Stürze wurden ihr Reisen und Auftritte sehr erschwert,
und so konnte sie weniger Angebote annehmen.
2003
In Gastauftritten in Talkshows und Fernsehproduktionen bewies sie
mit über 80 Jahren immer Präsenz. Mit ihrem eigenen Galaabend
"So wird´s nie wieder sein", stand sie nun selbst
im Mittelpunkt und ließ als Gaststar ihre große Filmzeit
Revue passieren.
2004
Ihr Lebenswerk wird im Filmmuseeum Babelsberg in Form von Fotos,
Filmdokumenten und Requisiten für die Öffentlichkeit ausgestellt
2005
Schwere
Krankheiten und Stürze ließen Ilse Werner ihren Wunsch,
vor Publikum aufzutreten, nicht mehr möglich werden. Sie starb
am 8. August im Alter von 84 Jahren an einer Lungenentzündung.
Auf eigenen Wunsch hin wurde der ehemalige Ufa-Star in ihrer "Heimat"
Potsdam-Babelsberg bestattet. Die Beisetzung fand unter besonders
großer Anteilnahme der Potsdamer am 24. August 2005 statt.
Das
Publikum erwies ihr über Generationen hinweg die Treue. Der
Name ILSE WERNER war zeitlebens ein Garant für eine
große Künstlerin,
die in einmaliger Form ihre Karriere gemeistert hat, und über
eine lange Zeit unzähligen Menschen Freude bereitet hat.